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Auszug (S. 343):
1 Bankenmarkt im Umbruch
Die Bankenbranche befindet sich im Umbruch: Zum einen finden "massive und anhaltende Strukturveränderungen in den
traditionellen und neu entwickelten Märkten für Finanzprodukte" statt (Bodin 1994, 15). Zum anderen sehen sich die deut-schen Banken dem Vorwurf der Wertvernichtung ausgesetzt (Kloepfer 1999,
13). Auf entsprechende Veränderungen im Umfeld hat die Industrie seit einiger Zeit mit der Einführung von Holdingstrukturen reagiert. Dies gilt ebenso für Versicherungskonzerne wie die Allianz AG,
die als Allfinanzanbieter teilweise auch mit dem Bankgewerbe konkurrieren. Trotz der Besonderheiten des Bankgewerbes (Kuhn 1994, 14ff.) und der besonderen Bedeutung der Banken innerhalb der
Volkswirtschaft sei die provokative Frage erlaubt, ob die Banken unter rein betriebswirtschaftlichen Aspekten nicht "eine Industrie wie jede andere" (Böhme 1997, 171) darstellen und somit
jetzt die Zeit für die "Bankindustrie" gekommen ist, diesem Vorbild zu folgen? Wie aktuell diese Fragestellung ist, zeigen derzeitige Überlegungen zur "virtuellen" Holding für
die Deutsche Bank AG (Homeyer 1999, 44ff.). Ähnlichkeiten zu den Entwicklungen anderer Branchen sind durchaus erkennbar. Der Bankensektor antwortet auf die Marktveränderungen mit einem
Akquisitions- und Fusionsfieber, das vorher bereits andere Branchen ergriffen hatte. Nachrichten über Zusammenschlüsse, Übernahmen, Beteiligungen und Kooperationen häufen sich (Bredemeier 1997,
99). Zur Arrondierung der Angebotspalette im Rahmen der Allfinanzentwicklung (Süchting 1991, 197) und zur Erzielung einer globalen Präsenz (Köppen 1998, 281) kommt insbesondere der
Beteiligungsakquisition eine wachsende Bedeutung zu. Die durch diese Entwicklung entstehenden komplexen diversifizierten Konzerne erfordern eine leistungsfähige Konzernstruktur, die durch
entsprechendes Beteiligungsmanagement und -controlling unterstützt wird. Derzeit liegt jedoch bei der aufbau- und ablauforganisatorischen Betrachtung des Bankgewerbes der Schwerpunkt noch auf dem
klassischen Bankgeschäft. Das Gestaltungspotential der statutarischen Organisation, d. h. der gesellschaftsrechlichen Ausgestaltung, sowie der Bereich alternativer Kooperationsformen werden bei
Betrachtung der Bankenorganisation hingegen vernachlässigt. Da auf diesem in der Praxis zunehmend beachteten Gebiet somit noch Forschungsbedarf besteht, soll dieser Beitrag als Denkanstoß für
weiterführende Untersuchungen verstanden werden.
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